Eine empirische Untersuchung von maxonline® Marketing hfw GmbH Studienzeitraum: März – April 2026
Bei rund 68 Unternehmen erfindet ChatGPT aktiv falsche Informationen. Bei weiteren 56 verweigert es jede konkrete Aussage. Und nur bei 4 Unternehmen stimmen alle Fakten.
Immer mehr Konsumenten, Einkäufer und Entscheider nutzen KI-Chatbots wie ChatGPT als erste Informationsquelle — auch für Unternehmensrecherchen, Anbietervergleiche und Kaufentscheidungen.
Doch wie zuverlässig ist ChatGPT, wenn es um konkrete Unternehmensinformationen im DACH-Mittelstand geht?
Jedes Unternehmen wurde mit drei Prompts getestet:
Prompt 1 — Sichtbarkeit (Empfehlungsfrage)
Branchenspezifische Frage, die eine Empfehlung provoziert. Beispiele:
Prompt 2 — Korrektheit (Faktenfragen)
Branchenspezifische Faktenfragen, die überprüfbare Angaben zu Gründungsjahr, Geschäftsführung, Unternehmensgröße und Auszeichnungen abfragen. Beispiele:
Die Prompts orientieren sich an typischen Fragen, die ein potenzieller Kunde, Geschäftspartner oder Journalist an ChatGPT stellen würde.
Prompt 3 — Darstellung (Reputationsfrage)
Standardisierte Frage nach der öffentlichen Wahrnehmung:
| Ergebnis | Anzahl | Anteil |
|---|---|---|
| Sichtbar (ja) | 57 | 38 % |
| Teilweise sichtbar | 9 | 6 % |
| Unsichtbar (nein) | 84 | 56 % |
Mehr als jedes zweite getestete Unternehmen wird von ChatGPT bei branchenspezifischen Empfehlungsfragen nicht genannt.

ChatGPT Sichtbarkeit von mittelständischen Unternehmen bei KI-Empfehlungen. Quelle: maxonline
Sichtbarkeit nach Branche
| Branche | Unternehmen | Sichtbar | Quote |
|---|---|---|---|
| Gesundheit & Pflege | 8 | 7 | 88 % |
| Tourismus & Gastronomie | 26 | 14 | 54 % |
| Handwerk & Bau | 14 | 7 | 50 % |
| Produktion & Industrie | 22 | 9 | 43 % |
| Recht & Steuerberatung | 12 | 5 | 38 % |
| Handel | 24 | 6 | 25 % |
| Transport & Logistik | 14 | 4 | 29 % |
| IT & Dienstleistung | 24 | 5 | 21 % |
| Immobilien | 6 | 0 | 0 % |

KI-Sichtbarkeit im DACH-Mittelstand nach Branche. Quelle: maxonline
Aus den Daten lassen sich klare Muster ableiten:
Bei branchenspezifischen Faktenfragen (Gründungsjahr, Geschäftsführung, Mitarbeiterzahl, Auszeichnungen) zeigt sich ein alarmierendes Bild:
| Ergebnis | Anzahl (von 150) | Anteil |
|---|---|---|
| Halluzination (konkret falsche Fakten) | 68 | 45 % |
| Verweigerung (keine konkreten Fakten) | 56 | 37 % |
| Teilweise korrekt | 22 | 15 % |
| Vollständig korrekt | 4 | 3 % |

KI Halluzination: Korrektheit bei Faktenfragen. Quelle: maxonline
Nur 4 von 150 Unternehmen erhielten vier von vier korrekte Faktenpunkte.
Halluzinationsraten nach Faktenkategorie
| Faktenpunkt | Falsch (wenn konkret beantwortet) |
|---|---|
| Geschäftsführer / CEO | 96 % |
| Gründungsjahr | 78 % |
| Mitarbeiterzahl | 68 % |
| Auszeichnungen / Awards | 58 % |

KI Halluzinationen: Fehler nach Faktenkategorie. Quelle: maxonline
In jedem einzelnen Fall, in dem ChatGPT einen konkreten Namen für den Geschäftsführer oder CEO nannte, war dieser frei erfunden. Die KI generiert plausibel klingende, aber vollständig fiktive Personennamen.
Beispielhafte Fehler (anonymisiert):
Halluzinationsmuster nach Firmentyp
| Firmentyp | Typisches ChatGPT-Verhalten |
|---|---|
| Kleinstunternehmen (e.U., GbR, Einzelpraxis) | Verweigerung — keine konkreten Fakten |
| Familienhotels und -betriebe | Halluzination — erfindet Familiennamen |
| Mittelständische B2B-Firmen | Halluzination — erfindet GF + falsches Gründungsjahr |
| Konzerne mit Wikipedia | GF erfunden, Gründung und Mitarbeiter ~korrekt |
Spannendes Ergebnis: Je „fast bekannter“ ein Unternehmen für ChatGPT ist, desto eher halluziniert es. Völlig unbekannte Firmen erhalten eine ehrliche Verweigerung. Firmen mit teilweisem Wissen erhalten die gefährlichsten Antworten: selbstbewusst vorgetragene Falschinformationen.
| Ergebnis | Anzahl | Anteil |
|---|---|---|
| Positiv | 98 | 65 % |
| Negativ | 21 | 14 % |
| Keine Angaben | 31 | 21 % |

KI-Sentiment: Darstellung von DACH Mittelstand-Unternehmen in KI-Antworten. Quelle: maxonline
Von 21 Unternehmen mit negativer Darstellung basierten 20 auf Arbeitgeberbewertungsportalen. Kundenbewertungen, Presseberichte oder andere Quellen spielten für negative KI-Darstellungen nahezu keine Rolle.
Erkenntnis: Arbeitgeberbewertungsportale haben einen überproportionalen Einfluss auf das KI-Image von Unternehmen. Schon wenige negative Einträge können das Gesamtbild kippen — selbst wenn die Kundenbewertungen durchweg positiv sind.
31 Unternehmen (21 %) erhielten die Bewertung „keine Angaben“ — ChatGPT konnte weder positive noch negative Erfahrungsberichte finden. Diese Unternehmen haben typischerweise:
Erkenntnis: Fehlende Online-Bewertungen bedeuten nicht Neutralität, sondern Unsichtbarkeit. Für ChatGPT existieren diese Unternehmen in der öffentlichen Wahrnehmung schlicht nicht.
| Dimension | Ergebnis |
|---|---|
| Unsichtbar bei Empfehlungen | 52 % (78 von 150) |
| Halluzination bei Faktenfragen | 45 % (68 von 150) |
| Verweigerung bei Faktenfragen | 37 % (56 von 150) |
| Vollständig korrekt | 3 % (4 von 150) |
| GF/CEO erfunden (wenn konkret genannt) | 96 % |
| Gründungsjahr falsch (wenn konkret genannt) | 78 % |
| Mitarbeiterzahl falsch (wenn konkret genannt) | 68 % |
| Awards erfunden (wenn konkret genannt) | 58 % |
| Negative Darstellung durch Arbeitgeberbewertungen | 97 % aller negativen Fälle |
Bei Fragen nach Gründungsjahr, Geschäftsführung, Mitarbeiterzahl und Auszeichnungen erfindet ChatGPT systematisch Informationen — in 45 % der Fälle mit konkret falschen Fakten, in weiteren 37 % mit einer Verweigerung jeder konkreten Aussage.
Wenn ChatGPT einen konkreten Namen für den Geschäftsführer oder CEO nennt, ist dieser mit überwältigender Wahrscheinlichkeit frei erfunden. Die KI generiert plausibel klingende, aber fiktive Personennamen.
56 % der getesteten Unternehmen werden bei branchenspezifischen Empfehlungsfragen nicht erwähnt — unabhängig von Qualität, Tradition oder Marktposition.
Unternehmen mit klar definierter Nische UND starker Online-Präsenz (Bewertungen, Landingpages, strukturierte Daten) werden bevorzugt empfohlen. Nischenposition ohne digitale Signale führt zu Unsichtbarkeit.
97 % aller negativen Darstellungen in der Studie gehen auf Arbeitgeberbewertungsportale zurück. Kundenbewertungen oder Presseberichte spielen für negative KI-Darstellungen kaum eine Rolle.
Unternehmen ohne Online-Bewertungen existieren für ChatGPT in der öffentlichen Wahrnehmung nicht. Weder positiv noch negativ — sie sind schlicht unsichtbar.
Unternehmen mit gezielten Landingpages und einer kritischen Masse an Bewertungen wurden deutlich häufiger empfohlen. Es besteht ein klarer Zusammenhang zwischen klassischer Suchmaschinenoptimierung und KI-Empfehlungen.
Unternehmen mit branchenspezifischen Domains wurden häufiger korrekt zugeordnet und empfohlen als solche mit generischen oder vom Firmennamen abweichenden Domains.
Regionale B2B-Unternehmen ohne Endkunden-Reviews und ohne Presse-/Wikipedia-Präsenz werden systematisch von Konzernen überstrahlt. Dies ist kein individuelles, sondern ein strukturelles Problem.
Völlig unbekannte Unternehmen erhalten ehrliche Verweigerungen. Unternehmen mit teilweisem KI-Wissen erhalten die gefährlichsten Antworten: selbstbewusst präsentierte Falschinformationen, die auf den ersten Blick korrekt wirken.
Die Ergebnisse dieser Studie zeigen ein klares Muster: ChatGPT halluziniert dort am stärksten, wo verlässliche, strukturierte Unternehmensdaten fehlen. Wo die KI keine belastbaren Quellen findet, füllt sie die Lücken mit plausibel klingenden, aber frei erfundenen Informationen.
Das bedeutet im Umkehrschluss: Unternehmen, die ihre Kerndaten — Gründungsjahr, Geschäftsführung, Standorte, Mitarbeiterzahl, Zertifizierungen — aktiv und konsistent auf der eigenen Website platzieren, reduzieren das Halluzinationsrisiko erheblich.
Besonders wirksam ist die Hinterlegung dieser Informationen in strukturierten Daten (Schema.org). Strukturierte Daten sind maschinenlesbare Auszeichnungen im Quellcode einer Website, die Suchmaschinen und KI-Modellen eine eindeutige Zuordnung ermöglichen. Sie liefern der KI genau die Fakten, die sie sonst halluzinieren würde.
Konkret empfiehlt sich die strukturierte Auszeichnung von:
Unternehmen, die ihre digitale Präsenz mit korrekten, strukturierten Daten untermauern, schaffen damit eine verlässliche Informationsbasis — nicht nur für klassische Suchmaschinen, sondern zunehmend auch für KI-Modelle. Die Halluzinationsrate lässt sich so aktiv und messbar senken.
Die zentrale Erkenntnis dieser Studie lautet daher: KI-Halluzinationen sind kein Schicksal. Sie sind das Ergebnis fehlender Daten — und damit ein lösbares Problem.
Die verwendeten Prompt-Formate sind in dieser Studie dokumentiert. Die Ergebnisse lassen sich mit aktuellen ChatGPT-Versionen nachvollziehen.
Durchführung: maxonline® Marketing hfw GmbH, Leiben (Niederösterreich)
Studienzeitraum: März – April 2026
Verantwortlich: Harald Fischl, Geschäftsführer
Methodik: Empirische Erhebung mit standardisierten Prompts in ChatGPT
Stichprobe: 150 Unternehmen, 11 Branchen, über 450 Einzelprompts
maxonline® ist eine auf SEO und GEO (Generative Engine Optimization) spezialisierte Agentur im DACH-Raum. Die Studie entstand aus der täglichen Beratungspraxis: Immer mehr Kunden fragen, warum sie in ChatGPT nicht vorkommen — oder warum dort falsche Informationen über ihr Unternehmen stehen.
© 2026 maxonline® Marketing hfw GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Zitate und Verweise auf diese Studie sind unter Nennung der Quelle gestattet.
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maxonline® Marketing hfw GesmbH
Coronablick 7A
3652 Leiben, Österreich
office@max-online.at
maxonline® ist eine spezialisierte SEO- und GEO-Agentur (Generative Engine Optimization) aus der DACH-Region mit Sitz in Leiben, Österreich. Die Agentur optimiert mittelständische B2B- und B2C-Unternehmen für Google sowie für KI-basierte Antwortsysteme wie ChatGPT und Gemini.