Wie stark verändert KI bereits die Google-Suche? Um das (Stand November 2025) zu klären, haben wir in einer anonymen Online-Studie 439 Teilnehmer befragt. Die Teilnehmer stammen aus unterschiedlichen Altersgruppen (ab 18 Jahren) und diversen Berufsgruppen. Die Erhebung zeigt den aktuellen Status Quo im Wandel des Suchverhaltens. Durchgeführt von maxonline®.
Die Ergebnisse auf einen Blick
Die klassische Google-Suche bleibt mit Abstand der meistgenutzte Kanal für die Informationssuche.
ChatGPT, Perplexity & Co. etablieren sich als starker zweiter Suchkanal.
klicken selten oder nur manchmal auf die Quellen hinter einer KI-Antwort.
anonym befragt, ab 18 Jahren, aus verschiedenen Alters- und Berufsgruppen.
Genutzte Plattformen & KI-Adoption
Frage 1: „Wenn Sie eine neue Information im Internet suchen, welche Plattform nutzen Sie zuerst? (Mehrfachauswahl)"
Google dominiert weiterhin klar als erste Anlaufstelle, doch die direkte KI-Suche hat sich bereits als fester zweiter Kanal etabliert.
Was das bedeutet: Die Suche fragmentiert sich. Während Google seine Vormachtstellung hält, etabliert sich die direkte KI-Suche als starker zweiter Kanal. Für Unternehmen bedeutet das: reine SEO-Fokussierung reicht nicht mehr; Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten wird entscheidend.
Frage 2: „Haben Sie in den letzten 3 Monaten ein KI-Sprachmodell (LLM) wie ChatGPT, Gemini oder Copilot aktiv genutzt?"
Rund die Hälfte der Befragten (237 Personen) nutzt KI-Sprachmodelle mehrmals wöchentlich oder täglich. Gleichzeitig gibt es eine relevante Gruppe von 82 Personen (18,8 %), die KI bislang noch nie aktiv genutzt hat.
Was das bedeutet: KI-Assistenten sind für eine signifikante Nutzergruppe bereits etabliertes Alltagswerkzeug, kein Nischenphänomen mehr.
Wofür & womit KI genutzt wird
Frage 3: „Für welche Zwecke nutzen Sie KI-Sprachmodelle am häufigsten? (Mehrfachauswahl)"
Die Recherche steht klar an erster Stelle, gefolgt von der Texterstellung und der Zusammenfassung komplexer Sachverhalte.
Was das bedeutet: KI wird gezielt zur Effizienzsteigerung bei klassischer Wissensarbeit eingesetzt — als Assistent für Informationsbeschaffung und Content-Erstellung.
Frage 4: „Welche generativen KI-Modelle nutzen Sie am häufigsten? (Mehrfachauswahl)"
ChatGPT liegt deutlich vorn, Google Gemini folgt auf dem zweiten Platz.
Was das bedeutet: Markenbekanntheit und früher Markteintritt sichern ChatGPT eine dominante Stellung; Google profitiert von der direkten Integration in die Suche.
Vertrauen & Quellenverhalten
Frage 5: „Wie vertrauenswürdig schätzen Sie die Informationen ein, die Sie direkt von einem KI-Chatbot erhalten?"
Auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht vertrauenswürdig) bis 5 (absolut vertrauenswürdig) fällt das Vertrauen überwiegend neutral aus. Blindes Vertrauen ist die Ausnahme, ebenso vollständige Ablehnung.
Was das bedeutet: Nutzer zeigen gesunde Vorsicht — KI als nützlicher Assistent, nicht als unfehlbare Autorität; Ergebnisse werden zumindest mental hinterfragt.
Frage 6: „Wenn ein KI-Chatbot eine Antwort liefert: Klicken Sie dann auf die Quellenangaben/Links am Ende des Textes?"
Die Mehrheit klickt kaum noch auf die Quellen: 165 Personen „selten oder nie", weitere 151 „manchmal" — kombiniert sind das 316 Personen bzw. 71,9 %.
Was das bedeutet: Die KI-Zusammenfassung wird von der Mehrheit als ausreichend erachtet; Zero-Click verschärft sich — Nutzer erhalten die Antwort direkt auf der Plattform, ohne Traffic an die Content-Ersteller. Das ist kritisch für Publisher und Website-Betreiber.
Erwartungen an KI-Antworten
Frage 7: „Was ist Ihnen bei der KI-generierten Antwort am wichtigsten?"
Einfachheit und Verständlichkeit stehen ganz oben, gefolgt von Präzision und Geschwindigkeit.
Was das bedeutet: Nutzer erwarten Aufbereitung und verständliche Synthese, nicht nur Rohdaten; Qualität und Korrektheit schlagen reine Antwortgeschwindigkeit.
Frage 8: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie in Zukunft überwiegend KI-Modelle für Ihre Informationssuche nutzen werden?"
Auf einer Skala von 1 bis 5 gibt es kein einheitliches Meinungsbild: Befürworter, Skeptiker und Unentschlossene halten sich nahezu die Waage.
Was das bedeutet: Keine einheitliche Meinung zur KI-Dominanz; das deutet auf Koexistenz hin — Nutzer wechseln je nach Anwendungsfall zwischen KI-Dialog und klassischer Link-Suche.
Ausblick & Zukunft der Suche
Frage 9: „Wenn Sie Google nutzen, worauf klicken Sie eher?"
Die klassischen organischen Ergebnisse binden weiterhin die meiste Aufmerksamkeit — doch die KI-Box im Suchergebnis zieht bereits fast die Hälfte der Klicks auf sich.
Was das bedeutet: Klassische SEO für organische Ränge bleibt (noch) wichtigster Faktor; die KI-Box zu ignorieren ist keine Option mehr, da sie fast die Hälfte der Aufmerksamkeit bindet.
Frage 10: „Welche Plattformen werden für Sie in den nächsten Jahren für die Entdeckung neuer Produkte/Informationen wichtiger werden?"
Klassische Suchmaschinen und KI-Chatbots liegen dicht beieinander — ein klares Signal für eine dauerhaft geteilte Suchlandschaft.
Was das bedeutet: Das bestätigt die fragmentierte Suchlandschaft; es wird keinen einzelnen Gewinner geben — Nutzer wählen je nach Bedarf das passende Tool.
Fazit & Implikation
Die Studie zeigt eine klare Fragmentierung des Marktes: Google bleibt mit 84,4 % die dominante Startplattform, doch KI-Chatbots sind ein einflussreicher zweiter Kanal — von der Hälfte der Befragten bereits wöchentlich oder täglich genutzt. Zwei zentrale Entwicklungen prägen das Bild:
- Die Zero-Click-Gefahr ist real. 71,9 % klicken nur selten oder manchmal auf Quellen. Die Bequemlichkeit der direkten Zusammenfassung triumphiert — eine existenzielle Herausforderung für traditionelles SEO und traffic-basierte Geschäftsmodelle.
- Die Zukunft ist hybrid. Es gibt keinen klaren Gewinner; klassische Suche und KI-Chatbots gewinnen parallel. Das moderate KI-Vertrauen (überwiegend Stufe 3 von 5) deutet auf eine Nutzung als Assistent hin, nicht als alleinige Autorität.
Sichtbarkeit muss zwingend auch in den direkten KI-Antworten erfolgen — über GEO (Generative Engine Optimization) und LLMO. Wer nur auf klassisches SEO setzt, wird in einem wachsenden Teil des Suchgeschehens schlicht nicht mehr wahrgenommen.
Die Implikation ist eindeutig: Eine moderne Sichtbarkeitsstrategie deckt beide Kanäle ab — die klassische Google-Suche und die generative KI-Antwort. Nur so bleibt eine Marke im gesamten Suchverhalten präsent.