Wie stark verändert KI bereits die Google-Suche? Um das (Stand November 2025) zu klären, haben wir in einer anonymen Online-Studie 439 Teilnehmer befragt. Die Teilnehmer stammen aus unterschiedlichen Altersgruppen (ab 18 Jahren) und diversen Berufsgruppen. Die Erhebung zeigt den aktuellen Status Quo im Wandel des Suchverhaltens. Durchgeführt von maxonline®.

Auftraggeber
maxonline® Marketing hfw GmbH
Erhebung
November 2025
Stichprobe
439 Teilnehmer, ab 18 Jahren
Zusammensetzung
Verschiedene Alters- & Berufsgruppen
Erhebungsform
Anonyme Online-Befragung
Thema
Suchverhalten: Google vs. KI

Die Ergebnisse auf einen Blick

84,4 %nutzen Google

Die klassische Google-Suche bleibt mit Abstand der meistgenutzte Kanal für die Informationssuche.

40,6 %nutzen KI-Chatbots

ChatGPT, Perplexity & Co. etablieren sich als starker zweiter Suchkanal.

71,9 %Zero-Click

klicken selten oder nur manchmal auf die Quellen hinter einer KI-Antwort.

439Teilnehmer

anonym befragt, ab 18 Jahren, aus verschiedenen Alters- und Berufsgruppen.

Genutzte Plattformen & KI-Adoption

Frage 1: „Wenn Sie eine neue Information im Internet suchen, welche Plattform nutzen Sie zuerst? (Mehrfachauswahl)"

Google dominiert weiterhin klar als erste Anlaufstelle, doch die direkte KI-Suche hat sich bereits als fester zweiter Kanal etabliert.

Was das bedeutet: Die Suche fragmentiert sich. Während Google seine Vormachtstellung hält, etabliert sich die direkte KI-Suche als starker zweiter Kanal. Für Unternehmen bedeutet das: reine SEO-Fokussierung reicht nicht mehr; Sichtbarkeit in KI-generierten Antworten wird entscheidend.

Frage 2: „Haben Sie in den letzten 3 Monaten ein KI-Sprachmodell (LLM) wie ChatGPT, Gemini oder Copilot aktiv genutzt?"

Rund die Hälfte der Befragten (237 Personen) nutzt KI-Sprachmodelle mehrmals wöchentlich oder täglich. Gleichzeitig gibt es eine relevante Gruppe von 82 Personen (18,8 %), die KI bislang noch nie aktiv genutzt hat.

Was das bedeutet: KI-Assistenten sind für eine signifikante Nutzergruppe bereits etabliertes Alltagswerkzeug, kein Nischenphänomen mehr.

Wofür & womit KI genutzt wird

Frage 3: „Für welche Zwecke nutzen Sie KI-Sprachmodelle am häufigsten? (Mehrfachauswahl)"

Die Recherche steht klar an erster Stelle, gefolgt von der Texterstellung und der Zusammenfassung komplexer Sachverhalte.

Was das bedeutet: KI wird gezielt zur Effizienzsteigerung bei klassischer Wissensarbeit eingesetzt — als Assistent für Informationsbeschaffung und Content-Erstellung.

Frage 4: „Welche generativen KI-Modelle nutzen Sie am häufigsten? (Mehrfachauswahl)"

ChatGPT liegt deutlich vorn, Google Gemini folgt auf dem zweiten Platz.

Was das bedeutet: Markenbekanntheit und früher Markteintritt sichern ChatGPT eine dominante Stellung; Google profitiert von der direkten Integration in die Suche.

Vertrauen & Quellenverhalten

Frage 5: „Wie vertrauenswürdig schätzen Sie die Informationen ein, die Sie direkt von einem KI-Chatbot erhalten?"

Auf einer Skala von 1 (überhaupt nicht vertrauenswürdig) bis 5 (absolut vertrauenswürdig) fällt das Vertrauen überwiegend neutral aus. Blindes Vertrauen ist die Ausnahme, ebenso vollständige Ablehnung.

Was das bedeutet: Nutzer zeigen gesunde Vorsicht — KI als nützlicher Assistent, nicht als unfehlbare Autorität; Ergebnisse werden zumindest mental hinterfragt.

Frage 6: „Wenn ein KI-Chatbot eine Antwort liefert: Klicken Sie dann auf die Quellenangaben/Links am Ende des Textes?"

Die Mehrheit klickt kaum noch auf die Quellen: 165 Personen „selten oder nie", weitere 151 „manchmal" — kombiniert sind das 316 Personen bzw. 71,9 %.

Was das bedeutet: Die KI-Zusammenfassung wird von der Mehrheit als ausreichend erachtet; Zero-Click verschärft sich — Nutzer erhalten die Antwort direkt auf der Plattform, ohne Traffic an die Content-Ersteller. Das ist kritisch für Publisher und Website-Betreiber.

Erwartungen an KI-Antworten

Frage 7: „Was ist Ihnen bei der KI-generierten Antwort am wichtigsten?"

Einfachheit und Verständlichkeit stehen ganz oben, gefolgt von Präzision und Geschwindigkeit.

Was das bedeutet: Nutzer erwarten Aufbereitung und verständliche Synthese, nicht nur Rohdaten; Qualität und Korrektheit schlagen reine Antwortgeschwindigkeit.

Frage 8: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie in Zukunft überwiegend KI-Modelle für Ihre Informationssuche nutzen werden?"

Auf einer Skala von 1 bis 5 gibt es kein einheitliches Meinungsbild: Befürworter, Skeptiker und Unentschlossene halten sich nahezu die Waage.

Was das bedeutet: Keine einheitliche Meinung zur KI-Dominanz; das deutet auf Koexistenz hin — Nutzer wechseln je nach Anwendungsfall zwischen KI-Dialog und klassischer Link-Suche.

Ausblick & Zukunft der Suche

Frage 9: „Wenn Sie Google nutzen, worauf klicken Sie eher?"

Die klassischen organischen Ergebnisse binden weiterhin die meiste Aufmerksamkeit — doch die KI-Box im Suchergebnis zieht bereits fast die Hälfte der Klicks auf sich.

Was das bedeutet: Klassische SEO für organische Ränge bleibt (noch) wichtigster Faktor; die KI-Box zu ignorieren ist keine Option mehr, da sie fast die Hälfte der Aufmerksamkeit bindet.

Frage 10: „Welche Plattformen werden für Sie in den nächsten Jahren für die Entdeckung neuer Produkte/Informationen wichtiger werden?"

Klassische Suchmaschinen und KI-Chatbots liegen dicht beieinander — ein klares Signal für eine dauerhaft geteilte Suchlandschaft.

Was das bedeutet: Das bestätigt die fragmentierte Suchlandschaft; es wird keinen einzelnen Gewinner geben — Nutzer wählen je nach Bedarf das passende Tool.

Fazit & Implikation

Die Studie zeigt eine klare Fragmentierung des Marktes: Google bleibt mit 84,4 % die dominante Startplattform, doch KI-Chatbots sind ein einflussreicher zweiter Kanal — von der Hälfte der Befragten bereits wöchentlich oder täglich genutzt. Zwei zentrale Entwicklungen prägen das Bild:

  1. Die Zero-Click-Gefahr ist real. 71,9 % klicken nur selten oder manchmal auf Quellen. Die Bequemlichkeit der direkten Zusammenfassung triumphiert — eine existenzielle Herausforderung für traditionelles SEO und traffic-basierte Geschäftsmodelle.
  2. Die Zukunft ist hybrid. Es gibt keinen klaren Gewinner; klassische Suche und KI-Chatbots gewinnen parallel. Das moderate KI-Vertrauen (überwiegend Stufe 3 von 5) deutet auf eine Nutzung als Assistent hin, nicht als alleinige Autorität.
Sichtbarkeit muss zwingend auch in den direkten KI-Antworten erfolgen — über GEO (Generative Engine Optimization) und LLMO. Wer nur auf klassisches SEO setzt, wird in einem wachsenden Teil des Suchgeschehens schlicht nicht mehr wahrgenommen.

Die Implikation ist eindeutig: Eine moderne Sichtbarkeitsstrategie deckt beide Kanäle ab — die klassische Google-Suche und die generative KI-Antwort. Nur so bleibt eine Marke im gesamten Suchverhalten präsent.