„Werden Sie von ChatGPT gefunden?“ – WKO EDAY Vortrag von Harald Fischl zur neuen Realität der KI-Sichtbarkeit

Letzte Aktualisierung: Mai 15, 2026
Harald Fischl
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Lesedauer: 3 min
Inhalt

Beim WKO EDAY 2026 durfte ich, Harald Fischl, genau eine Frage stellen und kompromisslos beantworten:

„Wirst du von ChatGPT gefunden?“

Der Vortrag war bewusst kein Methodentraining, keine Checkliste und keine zehn Schritte zum Erfolg, sondern ein Weckruf für alle, die ihr Unternehmen auch in den kommenden Jahren noch von der richtigen Zielgruppe finden lassen wollen.

Die komplette Aufzeichnung findest du am Ende dieses Beitrags.

Die Frage hat sich verändert

Früher haben Menschen Begriffe in Google getippt: „Steuerberater Wien“, „Tischler Niederösterreich“, „Hotel Salzburg“. Sie haben eine Liste bekommen, verglichen und entschieden.

Heute tippen sie nicht mehr, sie fragen.

„Welcher Steuerberater in Wien passt zu meiner GmbH?“
„Wer baut mir einen vernünftigen Schrank in Niederösterreich?“
„In welchem Hotel in Salzburg ist es ruhig und das Frühstück gut?“

Und immer öfter antwortet auf diese Fragen nicht mehr Google, sondern ChatGPT, Gemini, Claude oder Perplexity. Die Antwort ist kurz und konkret, und sie nennt ein oder zwei Unternehmen. Mehr nicht.

Was sich gerade fundamental ändert

Ein erheblicher Anteil aller Google-Suchen endet inzwischen mit einer KI-Zusammenfassung direkt im Suchergebnis. Der Nutzer klickt auf nichts mehr, die Antwort steht oben und die Frage ist beantwortet.

Für Unternehmen heißt das: Die jahrelang sorgfältig aufgebauten Google-Rankings verlieren an Bedeutung. Nicht weil die Arbeit umsonst war, sondern weil sich das Spielfeld verschoben hat.

Wer in den Antworten der KI-Systeme nicht auftaucht, ist für einen wachsenden Teil der Suchenden schlicht nicht existent. Nicht „weiter unten in der Liste“, sondern nicht da.

Warum empfiehlt KI bestimmte Unternehmen?

Im Vortrag habe ich diese Frage bewusst kurz beantwortet. Die ehrliche Wahrheit: KI-Systeme empfehlen nicht zufällig, sondern auf Grundlage dessen, was im Netz über ein Unternehmen verfügbar ist. Drei einfache Faktoren spielen dabei zusammen.

  • Die eigene Website muss sauber strukturiert und inhaltlich vollständig sein. Eine Website, die wichtige Fragen deiner Zielgruppe nicht beantwortet, wird von KI auch nicht zitiert.
  • Externe Quellen wie Branchenverzeichnisse, Bewertungsportale, Fachartikel oder Presseberichte liefern den KI-Systemen das, was sie als „belegt“ einstufen. Wer dort nicht erwähnt wird, fehlt im Lagebild.
  • Konsistenz ist der dritte Faktor: Wenn überall im Netz dasselbe über dein Unternehmen steht – derselbe Name, dieselbe Adresse, dieselbe Spezialisierung – steigt das Vertrauen der KI in diese Information.

Das ist die Kurzfassung, im Detail ist es individuell. Was für eine Anwaltskanzlei zählt, ist für ein Hotel zweitrangig, und was im B2B-Geschäft wirkt, funktioniert im Endkundenbereich anders. Eine Schema-F-Strategie gibt es nicht.

Die gute Nachricht

KI-Sichtbarkeit ist nicht reserviert für Konzerne mit Millionen-Marketing-Budgets. Im Gegenteil: Die Algorithmen hinter ChatGPT und Co. interessieren sich nicht für Umsatz oder Bekanntheit, sondern für die Qualität und Vollständigkeit der verfügbaren Informationen.

Das heißt, ein gut geführter Tischlereibetrieb aus dem Mostviertel kann in einer regionalen ChatGPT-Antwort vor einem internationalen Großmöbelhaus stehen, ein spezialisierter Spediteur kann gegen Reedereien bestehen und ein Hotel mit klarer Positionierung kann an einer großen Hotelkette vorbeiziehen. Vorausgesetzt, die Hausaufgaben sind gemacht.

Die Gewinner werden nicht die Größten sein

Das ist die Kernbotschaft des Vortrags und sie lohnt sich zu wiederholen:

Die Gewinner der KI-Ära werden nicht die größten Unternehmen sein, sondern die vorbereitetsten.

Wer jetzt anfängt, hat einen Vorsprung von Jahren. Wer wartet, bis sich der Markt eingependelt hat, wird feststellen, dass die Empfehlungsplätze inzwischen vergeben sind – und neu zu erobern ist deutlich aufwendiger als rechtzeitig zu besetzen.

Sichtbarkeit ist kein Zufall. Sie ist ein System.

Die ehrliche Frage

Am Ende des Vortrags stand bewusst keine Lösung und auch kein „Buche jetzt“, sondern eine Frage, die ich auch hier weitergebe:

Wann hast du zuletzt geprüft, ob ChatGPT dein Unternehmen kennt?

Wenn die Antwort „noch nie“ oder „weiß nicht“ lautet, ist genau das der erste Schritt: nicht eine Strategie und nicht ein Workshop, sondern ein nüchterner Blick auf die Ausgangslage.

Die Video-Aufzeichnung

Hier findest du den vollständigen Vortrag vom WKO EDAY 2026:

Wie es weitergeht

Wer nach dem Vortrag mit einem ungutem Gefühl gegangen ist – das war volle Absicht. Das Thema KI-Sichtbarkeit verdient keine Beschwichtigung, sondern ehrliche Auseinandersetzung.

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Harald Fischl
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