Wenn du dich fragst, ob deine Kunden wirklich schon mit KI suchen, lautet die Antwort: ja – und zwar deutlich öfter, als die meisten Statistiken zeigen. Der Grund ist einfach: Gemessen wurde bisher fast nur, wer eine KI im Browser aufruft. Über 80 Prozent der Nutzung passiert aber in den Apps am Smartphone. Neue Daten zeigen jetzt das volle Bild der KI-Suche – und das verändert die Einschätzung grundlegend.
Das Wichtigste in Kürze:
Die KI-Suche ist deutlich größer als bisher angenommen:
- KI-Dienste wie ChatGPT, Gemini und Perplexity kommen weltweit auf 45 Milliarden Sitzungen pro Monat – das sind bereits 56 Prozent des Volumens klassischer Suchmaschinen.
- Unterschätzt wurde die KI-Suche bisher, weil über 80 Prozent der Nutzung in den Smartphone-Apps stattfindet und in den meisten Statistiken fehlte.
- Google verliert dabei nicht, die gesamte Suche wächst.
- Für dein Unternehmen heißt das: SEO bleibt wichtig – und KI-Sichtbarkeit kommt als neue Aufgabe dazu.
Die aktuellen Zahlen zur KI-Suche
Eine groß angelegte Auswertung von Graphite und Similarweb hat Anfang 2026 erstmals die komplette Nutzung der fünf größten KI-Dienste erfasst – ChatGPT, Gemini, Perplexity, Grok und Claude – und zwar im Browser und in den Apps. Das Ergebnis:
- KI-Dienste kommen weltweit auf 45 Milliarden Sitzungen pro Monat. Eine Sitzung ist dabei ein einzelner Besuch, also zum Beispiel das Öffnen der ChatGPT-App, um eine Frage zu stellen.
- Das entspricht bereits 56 Prozent des Volumens klassischer Suchmaschinen – in den USA sind es 34 Prozent.
- Zählt man nur Anfragen, bei denen Menschen tatsächlich nach Informationen suchen, liegt die KI-Suche weltweit bei 28 Prozent des Suchmaschinen-Volumens.
Wie schnell diese Entwicklung geht, zeigt der Verlauf der letzten Jahre: Noch Anfang 2023 lag die KI-Nutzung praktisch bei null. Seitdem steigt die Kurve kontinuierlich an, während die klassische Suche stabil bleibt.

Kurz gesagt: Die KI-Suche hat weltweit bereits mehr als die Hälfte des Volumens klassischer Suchmaschinen erreicht – und sie wächst weiter. Wer heute online gefunden werden will, muss auch in KI-Antworten vorkommen.
Warum die KI-Suche bisher unterschätzt wurde
Bisherige Vergleiche liefen fast immer gleich ab: Man hat die Website-Besuche von chatgpt.com mit den Besuchen von google.com verglichen. Das klingt logisch, hat aber zwei große Schwächen.
Erstens: 83 Prozent der KI-Nutzung findet in den Smartphone-Apps statt, nicht im Browser. Wer nur Website-Besuche zählt, sieht also nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Nutzung. Die Studie zeigt: Reine Web-Daten unterschätzen die KI-Suche um das Vier- bis Fünffache.
Zweitens: Es wurde meist nur ChatGPT gezählt. ChatGPT ist zwar mit Abstand der größte Dienst, aber Gemini, Perplexity, Claude und Grok machen zusammen bereits rund 11 Prozent der weltweiten KI-Nutzung aus – Tendenz steigend.
Für dich heißt das: Wenn dir jemand sagt, die KI-Suche sei nur eine Randerscheinung, beruht diese Aussage fast immer auf unvollständigen Daten.
Google verliert nicht – die Suche wird insgesamt größer
Ein häufiges Missverständnis: Wenn die KI-Suche wächst, muss Google schrumpfen. Die Daten zeigen das Gegenteil. Die Besuche bei klassischen Suchmaschinen sind seit Jahren stabil – das ist auch in der Grafik oben gut zu erkennen. Gleichzeitig ist die gesamte Suchnutzung aus Suchmaschinen und KI-Diensten zusammen um 26 Prozent gewachsen.
Menschen suchen also nicht weniger bei Google. Sie suchen zusätzlich mit KI – je nach Frage und Situation mal hier, mal dort.
Daraus ergibt sich eine klare Konsequenz: SEO bleibt wichtig, denn Google ist weiterhin der größte Kanal. Dazu kommt aber ein zweites Feld: GEO, kurz für Generative Engine Optimization. Das sind alle Maßnahmen, die dafür sorgen, dass dein Unternehmen in den Antworten von ChatGPT, Gemini und Co. genannt wird. Es ist kein Entweder-oder – beides gehört zusammen.
Was die KI-Suche für dein Unternehmen in Österreich und Deutschland bedeutet
Auch im deutschsprachigen Raum ist die KI-Suche längst im Alltag angekommen. Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland hat bereits generative KI genutzt, bei den 16- bis 35-Jährigen sind es fast 80 Prozent. Knapp die Hälfte der Nutzer setzt KI ausdrücklich als Alternative zur Internetsuche ein. Im B2B-Bereich starten inzwischen 51 Prozent der Software-Einkäufer ihre Recherche häufiger bei einer KI als bei Google.
Gleichzeitig gibt es eine große Lücke: 45 Prozent der Konsumenten nutzen KI bereits für lokale Empfehlungen – aber nur etwas mehr als 1 Prozent der Unternehmen wird in diesen Antworten überhaupt genannt. Für alle anderen findet diese Nachfrage unsichtbar statt.
Ein Punkt ist dabei besonders wichtig: KI-Antworten führen nur selten zu einem Klick auf eine Website. Im DACH-Raum macht dieser Traffic aktuell weniger als ein halbes Prozent aus. Die Entscheidung fällt oft direkt in der Antwort – dort, wo die KI ein Unternehmen empfiehlt oder eben nicht. Genau deshalb zählt deine KI-Sichtbarkeit: ob und wie dein Unternehmen in diesen Antworten vorkommt.
Sichtbar werden in der KI-Suche: die ersten Schritte
Die gute Nachricht: Weil bisher nur wenige Unternehmen gezielt an ihrer KI-Sichtbarkeit arbeiten, ist der Vorsprung gerade jetzt am leichtesten aufzubauen. Diese Grundlagen helfen dir dabei:
- Beantworte konkrete Fragen direkt: KI-Dienste bevorzugen Inhalte, die eine Frage klar und vollständig beantworten – ohne Umwege.
- Sorge für klare Struktur: Aussagekräftige Überschriften, kurze Absätze und präzise Aussagen machen es der KI leicht, deine Inhalte zu verwenden.
- Nenne Quellen und belege Aussagen: Inhalte mit nachvollziehbaren Angaben werden von KI-Diensten deutlich häufiger zitiert.
- Baue Erwähnungen außerhalb deiner Website auf: KI-Dienste orientieren sich auch daran, wie oft und in welchem Zusammenhang deine Marke auf anderen Plattformen genannt wird.
Das ist kein vollständiger Leitfaden, aber ein realistischer Startpunkt. Wie tief du einsteigen solltest, hängt von deiner Branche und deinem Wettbewerb ab.
Fazit: Die KI-Suche ist schon heute Alltag
Die KI-Suche ist kein Zukunftsthema mehr. Sie hat bereits mehr als die Hälfte des Volumens klassischer Suchmaschinen erreicht, wächst weiter – und wurde bisher nur deshalb unterschätzt, weil die App-Nutzung in den Statistiken fehlte. Gleichzeitig bleibt Google stabil. Die Aufgabe für Unternehmen lautet deshalb nicht, sich zwischen SEO und KI-Suche zu entscheiden, sondern auf beiden Kanälen sichtbar zu sein. Wer früh anfängt, wird empfohlen, bevor es der Wettbewerb tut.
Wie sichtbar ist dein Unternehmen in der KI-Suche? Wir prüfen gemeinsam mit dir, ob ChatGPT, Gemini und Co. dein Unternehmen empfehlen – und zeigen dir, wie du deine KI-Sichtbarkeit gezielt aufbaust. Jetzt unverbindlich anfragen: max-online.at/kontakt
Quellen
- Graphite / Similarweb: AI Is Much Bigger Than You Think (2026) – graphite.io
- Search Engine Land: AI assistants now equal 56% of global search engine volume (2026) – searchengineland.com
- TÜV-Verband / Forsa: Studie zur KI-Nutzung in Deutschland – tuev-verband.de
- G2: B2B Buyer Behavior Report (2026) – g2.com
- SE Ranking: KI-Traffic in der DACH-Region 2026 – seranking.com