Das Wichtigste in Kürze

  • NAP-Konsistenz ist Pflicht: Name, Adresse und Telefon müssen überall identisch sein.
  • Richtige Hauptkategorie wählen – sie steuert einen Großteil deiner lokalen Sichtbarkeit.
  • Mindestens 10 bis 15 aktuelle Fotos, regelmäßig ergänzt.
  • Buchungslink direkt zur eigenen Buchungsstrecke setzen, nicht zur OTA.
  • Vollständige Profildaten füttern auch KI-Systeme wie ChatGPT und Perplexity.

Grundlagen zur Website-Sichtbarkeit findest du separat unter Hotel-SEO als Fundament – hier geht es nur um das Profil selbst.

Stammdaten und NAP-Konsistenz

NAP steht für Name, Adresse, Telefon. Diese drei Angaben müssen über deine Website, die OTAs (Booking.com, Expedia), Tripadvisor, regionale Tourismusverbände und Google exakt gleich lauten. Widersprüche – etwa „Straße“ hier, „Str.“ dort – schwächen dein Ranking und erschweren es Such- und KI-Systemen, deinen Betrieb als eine eindeutige Entität aufzulösen.

Name, Adresse und Karten-Pin sauber pflegen

Trag deinen Hotelnamen exakt so ein, wie er an der Fassade und im Impressum steht. Keine Keyword-Zusätze wie „Hotel Wien Zentrum Günstig“. Google erlaubt im Namensfeld ausschließlich den echten Firmennamen; zusätzliche Wörter verstoßen gegen die Richtlinien und können zur Sperrung des Profils führen. Eine Wiederherstellung kann 30 Tage oder länger dauern – in dieser Zeit ist dein Hotel in Suche und Maps nicht sichtbar. Prüfe außerdem den Karten-Pin: Er sollte auf den Eingang oder die reale Anreiseadresse zeigen, nicht irgendwo auf dem Grundstück.

Telefon, Öffnungszeiten, Check-in und Check-out

Pflege die Rezeptionszeiten sowie Check-in- und Check-out-Zeiten als Attribute. Für Saisonbetriebe – etwa alpine Häuser oder Kurhotels in Österreich – ist das besonders wichtig: Setze temporäre Schließungen korrekt, statt das Profil in der Nebensaison auf „geöffnet“ zu lassen. Falsche Zeiten führen zu enttäuschten Anrufern und schlechten Bewertungen.

NAP-Audit in vier Schritten

  • Alle Einträge auflisten: Website, OTAs, Verzeichnisse, Tourismusverbände, Google.
  • Abweichungen markieren: Schreibweise, Telefonnummer, PLZ, Adresszusätze.
  • Duplicate Listings identifizieren: doppelte Profile auf Maps zusammenführen oder melden – doppelte Einträge teilen Bewertungen und Signale auf und schwächen beide.
  • Zugriffsrechte klären: Wenn eine frühere Agentur die Inhaberschaft hält und du keinen Zugriff mehr hast, beanspruche die Inhaberschaft über Google neu.

Kategorien und Attribute für Beherbergung

Die Kategorie ist der Hebel, der am stärksten steuert, für welche Suchanfragen dein Google-Hotel-Eintrag erscheint. Nimm dir dafür Zeit.

Richtige Haupt- und Nebenkategorie

Wähle die präziseste Hauptkategorie: Hotel, Boutique-Hotel, Resort, Pension, Hostel oder Aparthotel. Eine falsche oder zu allgemeine Kategorie kostet dich Sichtbarkeit bei genau den Gästen, die zu dir passen. Sekundärkategorien ergänzt du nur für das, was real angeboten wird – etwa Restaurant, Spa oder Eventlocation. Viele Hoteliers zögern beim Kategoriewechsel aus Angst vor Ranking-Verlust. Diese Sorge ist meist unbegründet: Eine präzisere Hauptkategorie verbessert in der Regel die Trefferqualität.

Attribute und Ausstattung vollständig

Pflege alle zutreffenden Attribute – jedes fehlende ist ein verpasster Filtertreffer: WLAN, Frühstück, Parkplatz, Pool, Haustiere erlaubt, Barrierefreiheit, Kinderfreundlichkeit, Business-Ausstattung (z. B. Tagungsräume).

Hotelbeschreibung mit lokalem Bezug

Halte die Beschreibung sachlich und konkret (rund 200 bis 300 Wörter). Nenne dein Alleinstellungsmerkmal und die Nähe zu Landmarks. Ein Beispiel:

„Familiengeführtes 4-Sterne-Hotel im Zentrum von Salzburg, 5 Gehminuten von der Getreidegasse. 42 Zimmer, hauseigenes Frühstücksrestaurant mit regionalen Produkten, kostenfreies WLAN und Tiefgarage. Ideal für Städtereisende und Festspielgäste.“

Fotos und Videos, die dein Hotel verkaufen

Bilder entscheiden mit über die Buchung. Diese Motive gehören ins Profil: Außenansicht, Lobby, alle Zimmerkategorien, Badezimmer, Frühstück, Aussicht, Spa und Pool.

Lade mindestens 10 bis 15 gute Fotos hoch und ergänze saisonal – Sommer- und Winteransichten, aktuelle Zimmer nach Renovierungen. Setze auf echte Aufnahmen statt Stockfotos: Gäste erkennen den Unterschied. Videos wie Zimmer-Previews, Hausrundgänge oder Eindrücke von Eventflächen erhöhen die Verweildauer. Gäste laden ebenfalls Fotos hoch: Dominierst du mit eigenen, aktuellen Uploads, prägst du den ersten Eindruck. Unpassende oder veraltete Fremdbilder kannst du an Google melden.

Beiträge (Posts) sinnvoll nutzen

Beiträge halten dein Profil aktiv und sind ein unterschätzter Local-SEO-Hebel für Hotels. Nutze sie für konkrete Anlässe: Angebote und Pauschalen, Saisonaktionen, Events im Haus und in der Region, lokale Tipps für Gäste. Ein realistischer Rhythmus fürs Team: ein bis zwei Beiträge pro Monat. Lieber regelmäßig und relevant als hektisch und beliebig.

ZeitraumBeitragsthema
Q1Winter-/Ski-Pauschalen, Wellness-Angebote
Q2Frühlingsangebote, regionale Feste
Q3Sommeraktionen, Events in der Umgebung
Q4Advent, Silvester, Jahresausklang

Fragen und Antworten (Q&A) steuern

Der Q&A-Bereich beantwortet Gästefragen schon vor der Buchung. Ein leerer Bereich ist eine verpasste Chance. Säe selbst die häufigsten Fragen und beantworte sie proaktiv:

  • Gibt es Parkplätze am Haus?
  • Ist ein Late Check-in möglich?
  • Sind Haustiere erlaubt?
  • Wann gibt es Frühstück?

Kritische oder unangemessene Fragen kannst du melden. So bleibt der Bereich sauber und nützlich.

Buchungslink und Direktbuchungen

Im Profil kannst du eine Website-URL und eine Buchungs-URL hinterlegen. Setze die Buchungs-URL direkt auf deine eigene Buchungsstrecke – nicht auf ein OTA-Profil. Jede Buchung, die du über deine Website gewinnst, spart Provision.

Google unterscheidet dabei zwei Wege: Kostenlose Buchungslinks sind unbezahlte Einträge, die nach ihrem Nutzen für die Nutzer gerankt werden; Hotelpartner zahlen dafür keine Gebühr. Google Hotel Ads sind bezahlte Einträge, für deren Platzierung du bietest. Ob du Anzeigen schaltest oder nicht, hat keinen Einfluss auf das Ranking der kostenlosen Buchungslinks. Miss die Wirkung: Versieh den Buchungslink mit UTM-Parametern und beobachte Klicks und Buchungen. Wie du daraus eine echte Buchungsstrategie machst, liest du unter Direktbuchungen steigern.

Warum das Profil auch für ChatGPT zählt

KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity und Gemini beantworten immer öfter Reisefragen wie „Welches Hotel in Salzburg mit Spa passt für ein Wochenende?“. Ihre Antworten stützen sich auf Daten aus Google, dem offenen Web und Verzeichnissen. Wenn dein Profil unvollständig ist oder deine Stammdaten widersprüchlich sind, fällt es diesen Systemen schwer, dein Hotel eindeutig zu erkennen und zu empfehlen.

Konsistente NAP-Daten und ein vollständiges Profil sind damit die saubere Datengrundlage für KI-Empfehlungen. Sie helfen bei der Entitätsauflösung im Knowledge Graph – also dabei, dass dein Hotel als eine klar definierte Einheit mit richtigen Merkmalen verstanden wird. Wie du gezielt in KI-Empfehlungen kommst, vertiefen wir unter Hotel in ChatGPT-Empfehlungen bringen.

Bewertungen: kurz eingeordnet

Bewertungen sind ein Ranking- und Vertrauensfaktor: Menge, Aktualität und deine Antworten wirken sich auf Sichtbarkeit und Buchungsentscheidung aus. Wie du einen sauberen Review-Workflow aufsetzt, negative Bewertungen beantwortest und daraus KI-Sichtbarkeit gewinnst, zeigen wir unter Bewertungen richtig managen.

Checkliste: Google-Unternehmensprofil für Hotels

Zum Abhaken

  • Stammdaten geprüft (Name, Adresse, Telefon)
  • NAP-Audit über alle Plattformen durchgeführt
  • Präzise Hauptkategorie gewählt
  • Alle zutreffenden Attribute gepflegt
  • Mindestens 10–15 aktuelle Fotos hochgeladen
  • Beitrag geplant (fester Rhythmus)
  • Q&A-Bereich gepflegt und moderiert
  • Buchungslink zeigt auf die eigene Buchungsstrecke
  • Tracking (UTM) aktiv
  • Bewertungen im Blick

Häufige Fragen

Soll ich im Hotelnamen zusätzliche Keywords wie „Hotel Wien Zentrum“ verwenden?

Nein. Ins Namensfeld gehört ausschließlich dein echter Firmenname. Zusätzliche Wörter oder Keyword-Zusätze verstoßen gegen die Google-Richtlinien und können zur Sperrung des Profils führen. Standort und Leistungen pflegst du in den dafür vorgesehenen Feldern.

Welche Kategorie ist für mein Haus richtig – Hotel, Boutique-Hotel oder Pension?

Wähle die präziseste Hauptkategorie, die deinen Betrieb beschreibt. Ein kleines, individuell eingerichtetes Haus ist eher „Boutique-Hotel“, ein familiengeführter Kleinbetrieb eher „Pension“. Ergänze Sekundärkategorien nur für real angebotene Leistungen. Ein bewusster Wechsel verbessert meist die Trefferqualität.

Wohin soll der Link im Profil führen – Startseite oder Buchungsmaschine?

Setze die Buchungs-URL direkt auf deine eigene Buchungsstrecke, nicht auf eine OTA. So gewinnst du provisionsfreie Direktbuchungen. Miss die Klicks und Buchungen über UTM-Parameter, damit du die Wirkung belegen kannst.

Was mache ich mit einem alten Profil auf früherem Namen oder verlorenem Agentur-Login?

Beanspruche die Inhaberschaft über Google neu. Doppelte Profile auf Google Maps meldest du und lässt sie zusammenführen, damit Bewertungen und Signale nicht aufgeteilt werden. Danach ordnest du die Zugriffsrechte neu.

Wie viele Fotos braucht ein Hotelprofil mindestens?

Als Richtwert mindestens 10 bis 15 aktuelle Fotos, die die Pflichtmotive abdecken: Außenansicht, Lobby, Zimmerkategorien, Bad, Frühstück, Aussicht sowie Spa und Pool. Ergänze regelmäßig, vor allem saisonal und nach Renovierungen.

Zahlt sich die Profilpflege für KI-Suchen wirklich aus?

Ja. Konsistente, vollständige Profildaten verbessern die Entitätsauflösung – also die Fähigkeit von KI-Systemen, dein Hotel eindeutig zu erkennen. Das erhöht die Chance, in Antworten von ChatGPT, Perplexity und Gemini genannt zu werden.

Harald Fischl
Geschäftsführer · SEO- & GEO-Experte

Erfahrung aus laufenden Hotelmandaten im DACH-Raum.